Im Winter gibt's die Aufwärmsuppe natürlich umsonst, erläutert Rudi vom Köterberg seinen speziellen Service für Motorradfahrer, die keine kalten Finger und taube Zehen scheuen.

Das kornmt an:
Jahrein, jahraus tingeln Motorradfahrer aller Couleur hinauf zurn Köterberg und dem Berggasthof.

,,Bei kristallklarer Luft im Winter, wenn skeptische Wanderer sich besorgt nach den schmerzenden Fingem erkundigen, ist es dort oben am herrlichsten”, ist auf dem Internetseite eines Motorradclubs aus der Gegend zu lesen. Der herzliche Ton zwischen Wirtsfamilie Brandt und ihren Gãsten verstärkt natürlich den Wohlfühlfaktor.

Das mag daran liegen, dass Brandts selbst leidenschaftlich gem Motorrad fahren oder daran, dass es wegen des freundlichen Miteinanders noch nie zu Problernen gekommen ist. Während andere Treffpunkte oft Negativschlagzeilen schreiben, läuft in Köterberg-Lüdge alles harmonisch ab.

,,Die Kurven sind so eng, da riskiert keiner einen gewagten Fahrstil”, erzählt Rudi. ,,Außerdern steht keiner johlend in den Kurven und applaudiert.”

Hohe Unfallzahlen, Streckensperrungen und Auseinandersetzungen mit Ordnungshütem sind deswegen kein Thema. Im Gegenteil, der Kreis Lippe bemüht sich sogar um die Zweirad fahrenden Bergbesucher: An den Leitplanken entlang der kurvigen Strecke hinauf zum Berg ließen die Behörden Schutzpolster montieren. In aller Regel kommen aber alle heile oben an und können aus 497 Metem über dem Meeresspiegel einen tollen Blick auf 62 Ortschaften im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen genießen.

Kein Wunder, dass der ,,Monte WauWau” ein beliebtes Tourenziel für Gruppen- und Einzelfahrer, Stammtische und Vereine ist. Unter den geparkten Maschinen sind nicht selten Raritäten zu entdecken. Dabei gab es nie organisierte Treffen; die Qualitäten des Köterbergs haben sich im Laufe der Jahre einfach herumgesprochen.

Täglich kommen Motorradfahrer vorbei, an Sonn- und Feiertagen ist die Hölle los. Dann frequentieren den Gipfel bis zu 1500 Motorradfahrer. ,,Viele kommen allerdings auch mehrmals vorbei,” lacht Rudi. ,,Die gehen nach dem ersten Besuch auf Tour, um auf dem Heirnweg nochmal auf einen Kaffee vorbeizuschauen.”

Ursprünglich waren es Wanderfreunde aus Holzminden und Detmold, die 1905 auf dern Gipfel des ,,Brockens im Weserbergland” einen Aussichtsturm errichteten, 1929 wurden das Gipfelhotel und das achteckige Köterberghaus eingeweiht. Seither führt Familie Brandt dort Regie. 1971 kam der dominante Funkturm hinzu, der vielen Ausflüglern schon von weit her den Weg auf den Köterberg weist.

© Sophie Schatter